Gefühle sind wie Wellen. Wenn ein einziger Satz alles verändert.
- Anna Jarkulisch

- vor 1 Tag
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Manchmal wache ich morgens voller Freude auf. Ich fühle mich leicht, lebendig und mit dem Leben verbunden.
Und dann genügt ein einziger Satz. Ein Blick. Eine Begegnung. Eine Erinnerung.
Plötzlich verändert sich alles.
Nicht nur meine Gedanken. Mein ganzer Körper verändert sich.
Meine Schultern werden schwer. Mein Blick wird enger. Mein Herz fühlt sich an, als würde eine Welle der Traurigkeit über mich hinwegziehen und meine Augen sind mit Trännen gefüllt. Am liebsten möchte ich mich zurückziehen. Nicht sprechen. Einfach nur mit mir sein. Früher wollte ich gegen dieses Gefühl ankämpfen. Ich wollte verstehen, warum es da ist, und es möglichst schnell wieder loswerden. Heute mache ich etwas anderes.
Ich gehe spazieren. Ich suche die Stille. Ich meditiere. Ich bewege mich sanft – oft mit Yoga.
Nicht, um die Traurigkeit zu vertreiben. Sondern, um ihr zu begegnen. Um noch genauer zu spüren, wo sie in meinem Körper wohnt. Manchmal weine ich. Ich umarme mich selbst. Ich nehme mir eine weiche Decke und kuschle mich ein.
Ich schenke meinem Körper genau das, was er in diesem Moment braucht:
Sicherheit. Geborgenheit. Verbundenheit.
Ich kämpfe nicht gegen meine Traurigkeit. Ich umarme sie. Manchmal tauche ich sogar ganz in sie ein. Fast so, als würde ich einen Moment in ihr baden. Und irgendwann geschieht etwas.
Nicht plötzlich. Nicht auf Knopfdruck. Sondern ganz leise. Wenn ich müde werde von diesem Gefühl ,wenn Körper alles gefühlt hat, was gerade gefühlt werden wollte, entsteht langsam Entspannung. Meine Gedanken verändern sich. Mein Blick wird weiter. Mein Körper wird ruhiger. Manchmal genügt dafür etwas ganz Unspektakuläres. Ein Satz, den ich lese. Ein Telefonat. Ein Vogel, den ich beobachte. Ein Sonnenstrahl auf meiner Haut. Oder einfach der Moment, in dem ich meinen Atem wieder bewusst wahrnehme.
Die Traurigkeit verschwindet nicht, weil ich sie besiegt habe. Sie wird leiser, weil sie da sein durfte. Vielleicht dürfen wir lernen, unsere Gefühle auszusprechen. Auch im Beruf. Auch in Beziehungen. Auch unter Freunden. Vielleicht dürfen wir uns erlauben, einen Schritt zurückzutreten. Nicht, um wegzulaufen. Sondern um unserem Körper die Chance zu geben, sich selbst zu regulieren. Durch Tränen. Durch eine Umarmung. Durch Stille. Durch den Atem. Oder einfach dadurch, dass wir da sind und fühlen.
Für mich bedeutet Heilung nicht, nie wieder traurig zu sein. Heilung bedeutet, das anzunehmen, was gerade ist. Mit Mitgefühl. Mit Geduld. Und mit der Bereitschaft, mich selbst in diesem Moment nicht abzulehnen. Gefühle dürfen die Bühne betreten. Sie dürfen gesehen, gehört und gefühlt werden. Doch irgendwann ist es Zeit, die Bühne wieder zu wechseln. Nicht, weil wir sie verdrängen, sondern weil sie uns erzählt haben, was sie erzählen wollten.
Vielleicht geht es im Leben nicht darum, keine Wellen mehr zu haben. Vielleicht geht es darum, ihnen mit Mitgefühl zu begegnen, ihnen zuzuhören, sie zu fühlen. Und darauf zu vertrauen, dass sie auch wieder gehen. Denn unser Körper arbeitet nicht gegen uns. Er trägt unsere Geschichte. Und jedes Gefühl möchte uns etwas erzählen.
Wenn wir lernen, ihm zuzuhören, entstehen Schritt für Schritt neue Bahnen.
Nicht in Richtung Perfektion. Sondern hin zu mehr innerer Sicherheit und Verbundenheit.
Danke, dass du dir einen Moment Zeit für diese Seelenpost genommen hast. Vielleicht schenkt dir einer dieser Gedanken noch ein Stück Sicherheit auf deinem eigenen Weg.

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